Die versteckte Sensibilität der Elefanten und meine Zeit im Sanctuary als Volunteer
- Janine Zahnd
- 6. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Elefanten sind beeindruckende Tiere, die oft als Symbol für Stärke und Weisheit gelten. Doch hinter dieser äusseren Erscheinung verbirgt sich eine tiefe Sensibilität, die viele Menschen kaum kennen. Während meiner zweiwöchigen Zeit als Volunteer im Elephant Sanctuary in Thailand wurde mir diese Seite der Elefanten auf eine sehr persönliche und bewegende Weise bewusst. Die Geschichten der geretteten Tiere und die Arbeit im Sanctuary haben mich geprägt.
Die traurige Realität der Elefanten in Thailand
In Thailand sind Elefanten oft Opfer von Ausbeutung. Viele werden in touristischen Attraktionen wie Elefantenreiten oder Shows eingesetzt. Andere arbeiten in der Bauindustrie unter harten Bedingungen. Diese Tiere leiden nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Die Gründerin des Elephant Sanctuary hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Elefanten zu retten. Sie kauft sie aus solchen Situationen frei, um ihnen ein Leben in einem fast natürlichen Lebensraum zu ermöglichen.
Diese Rettungsaktion ist nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern auch eine emotionale. Jeder Elefant hat seine eigene Geschichte voller Schmerz und Misshandlung. Es ist schwer zu begreifen, wie viel Leid hinter den sanften Augen dieser Tiere steckt. Die Angst vor Menschen, die viele Elefanten zeigen, ist ein Zeichen dafür, wie tief die Narben sitzen. Elefanten vergessen solche Erfahrungen nie.
Mein Alltag als Volunteer im Sanctuary
Die Arbeit im Sanctuary ist körperlich anstrengend, aber unglaublich erfüllend. In den zwei Wochen habe ich viele verschiedene Aufgaben übernommen, die alle dazu beitragen, den Elefanten ein besseres Leben zu ermöglichen.
Futter vorbereiten: Elefanten brauchen eine riesige Menge an Nahrung. Das Schneiden und Bereitstellen von Mais, Wassermelonen und anderen Pflanzen ist eine tägliche Herausforderung. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Energie diese Tiere brauchen, um gesund zu bleiben.
Elefantenkot sammeln: Hygiene ist im Sanctuary sehr wichtig. Das Sammeln des Kots hilft, die Anlage sauber zu halten und Krankheiten vorzubeugen. Es ist eine Aufgabe, die man nicht unterschätzen sollte.
Pools reinigen: Die Elefanten lieben es, sich im Wasser zu suhlen. Die Reinigung der Pools sorgt dafür, dass sie gesund bleiben und sich wohlfühlen.
Schlafplätze pflegen: Jeder Elefant sucht sich seinen eigenen Schlafplatz aus. Diese Plätze werden regelmäßig gereinigt und mit frischem Gras ausgelegt, damit die Tiere bequem ruhen können.
Die emotionale Verbindung zu den Elefanten
Was mich am meisten berührt hat, ist die emotionale Tiefe der Elefanten. Sie zeigen deutlich, dass sie Gefühle wie Angst, Trauer und Freude empfinden. Einige der Tiere haben sich im Laufe der Zeit an die helfende Menschen im Sanctuary gewöhnt und zeigen vorsichtiges Vertrauen. Doch die Angst vor Menschen, die sie in der Vergangenheit verletzt haben, bleibt oft bestehen.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, solche Tiere mit Respekt und Geduld zu behandeln. Die touristischen Attraktionen, in denen Elefanten oft misshandelt werden, sollten dringend reduziert werden. Nur so können diese majestätischen Tiere wieder ein Leben führen, das ihrer Natur entspricht.
Warum das Sanctuary so wichtig ist
Das Elephant Sanctuary bietet den geretteten Elefanten nicht nur Schutz, sondern auch eine zweite Chance. Die Tiere leben hier in einer Umgebung, die ihrem natürlichen Lebensraum nahekommt. Sie können sich frei bewegen, soziale Kontakte pflegen und ihre Bedürfnisse ausleben.
Es zeigt, dass es möglich ist, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zum Schutz bedrohter Arten beizutragen.
Was wir alle tun können
Der Schutz der Elefanten beginnt bei jedem Einzelnen. Wer Länder mit Elefanten besucht, sollte touristische Angebote mit den Tieren kritisch hinterfragen. Elefantenreiten und Shows fördern die Ausbeutung der Tiere und sollten vermieden werden.
Stattdessen kann man Organisationen wie das Elephant Sanctuary unterstützen, sei es durch Spenden, freiwillige Arbeit oder das Teilen von Informationen. So tragen wir dazu bei, dass mehr Elefanten gerettet werden und ein besseres Leben führen können.


















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